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07.10.2010, 20:57 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung/ Jürgen Stich
Flugrouten: Initiative: „Regierung spielt auf Zeit“
„Der Druck wird weiter zunehmen“, so Sprecher Andreas Hess.

TELTOW/NUTHETAL - Die Bürgerinitiative „Teltow ohne Fluglärm“ wirft den Verantwortlichen vor, bei der Debatte um die neuen Flugrouten des BBI in Schönefeld auf Zeit zu spielen und auf ein Abebben des Protests zu hoffen. Damit werde sich die Initiative aber nicht zufrieden geben. „Der Druck wird weiter zunehmen“, so Sprecher Andreas Hess. Es sei ein Unding, dass derzeit der „beamtete Staatssekretär“ Rainer Bretschneider von der Landesregierung vorgeschickt werde, um als „Beschwichtiger und Blitzableiter“ zu fungieren.

Bretschneider stellte sich am Dienstagabend im proppevollen Teltower Stubenrauchsaal den Fragen aufgebrachter Bürger. Sein Auftritt sei aber „eine völlige Enttäuschung“ gewesen, so Hess. Bretschneider, der erneut zugab, seit 1998 von den Flugrouten zu wissen, habe jede Kritik zurückgewiesen. Ebenfalls eingeladene Vertreter der Deutschen Flugsicherung (DFS) seien zur Veranstaltung gar nicht erst erschienen. Die DFS legt die Flugrouten fest.

Unterdessen gibt es Meldungen, dass der Berlin-Chef der DFS, Hans Niebergall, alternative Flugrouten prüft. Sie würden die Region Teltow und den Süden Berlins nicht mehr berühren. Angeblich habe Niebergall diesen neuen Vorschlag von der Lärmschutzkommission am Montag erhalten. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) bestätigte gestern auf Nachfrage, dass er noch keine formale Zusage habe, dass die Stadt in die Lärmkommission aufgenommen werde. „Ich gehe aber davon aus, dass die mündliche Zusage eingehalten wird.“ Auch Nuthetal will in die Kommission. Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke) schickt den Antrag heute an den brandenburgischen Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD), kündigte sie gestern an. Die Kommission tagt am 8. November.

aktualisiert von John Kidd, 04.06.2012, 19:57 Uhr