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13.03.2013, 19:55 Uhr | Potsdamer Neueste Nachrichten/ Tobias Reichelt
Stadtentwicklung in Teltow: Neubauten in Trinkwasserschutzzone geplant
Im Gegenzug will Investor der Stadt Teltow 7,7 Hektar Grünfläche schenken. Kommunalpolitiker sind skeptisch, die MWA warnt.
 
Teltow - In der Teltower Blumensiedlung soll ein neues Wohngebiet entstehen. Wo heute noch Acker ist, sollen schon bald 40 Familien in ihren neuen Häusern leben. Im Gegenzug würde die Stadt einen großen Teil des Areals als Grünfläche geschenkt bekommen. Problem: Die Bauten sind in einem Gebiet geplant, das als Trinkwasserzone besonders geschützt ist.

 

Beim örtlichen Trinkwasserversorger, der Mittelmärkischen Wasser und Abwasser GmbH MWA, ist die Sorge deshalb groß, dass die Wasserversorgung in der Stadt beeinträchtigt werden könnte. Schon in der Vergangenheit ist die Wohnbebauung Stück für Stück näher an das örtliche Wasserwerk herangerückt. Sie lehnt das Bauvorhaben deshalb ab.

„Unser Interesse ist es, das Teltower Wasserwerk und sein Einzugsgebiet zu schützen“, erklärte MWA-Prokurist Torsten Könnemann auf Anfrage gegenüber den PNN. Die geplanten Bauten entlang der Nelken- und Hortensienstraße sowie nördlich der Veilchen- und Enzianstraße liegen in einem Gebiet der Trinkwasserschutzzone III. „Hier sind neue Baugebiete nicht zulässig“, sagte Könnemann. Das geplante Baugebiet ist nur knapp 500 Meter vom Wasserwerk entfernt.

Schon in der Vergangenheit sei die Wohnbebauung auf der anderen Seite des Wasserwerks, am Mühlendorf, herangerückt. Man könne nicht immer mehr Einschränkungen hinnehmen, so Könnemann. Neue Grundstücke bedeuteten mehr versiegelte Flächen, was wiederum den Grundwasserspiegel sinken lasse. „Wir müssen an die Zukunft denken.“ Teltow sei eine wachsende Stadt, der Bedarf an Wasser steige stetig. „Da kann man nicht alles verbauen“, so Könnemann.

Bereits in der Vergangenheit hatte es Diskussionen um neue Baugebiete rund um das Teltower Wasserwerk gegeben. Auf einem freien Feld an der Ruhlsdorfer Straße wird das lebenswichtige Nass an die Erdoberfläche gepumpt. In dessen Umkreis befinden sich zehn Brunnen. Nördlich davon wurden im Mühlendorf zuletzt zahlreiche Erdwärmesonden in den Boden gebohrt. Sie durchlöcherten die Grundwasserwelt wie ein Schweizer Käse, warnte schon damals die MWA. Mit jeder Bohrung steige die Gefahr, dass das Wasser verunreinigt werde. Trotz frühzeitiger Warnung durch den Wasserbetrieb wurden die Bohrungen – wenn auch unter Auflagen – erlaubt.

Die Pläne der IBV Immobilien Beratung Vertrieb GmbH für die Blumensiedlung wurden in den jüngsten Sitzungen von Umwelt- und Bauausschuss vorgestellt. Demnach soll die etwas mehr als zehn Hektar große Ackerfläche in der Blumensiedlung am Rand bebaut werden. 40 Baugrundstücke mit einer Grundstücksfläche von jeweils knapp 600 Quadratmetern könnten entstehen. Die übrigen knapp 7,7 Hektar Acker würden der Stadt als Grünfläche übertragen.

Ein Angebot, das auf den ersten Blick gut klinge, sagte Teltows Umweltausschusschef Ronny Bereczki (CDU). Trotzdem bleibt er skeptisch. Aus gutem Grund stehe die Trinkwasserzone unter Schutz. Das sieht auch Bauausschusschef Helmut Tietz (SPD) so. „Das ist ein ganz sensibles Gebiet.“ Eine neue Wohnbebauung an der Stelle wäre eine Katastrophe.

Durch immer neue Wohngebiete in der Trinkwasserschutzzone würden immer mehr Flächen versiegelt. „Wenn wir so weitermachen, dann verlieren wir unser Wasserwerk.“ Trotzdem bleibe die Gefahr, dass bei einem entsprechenden politischen Willen das Projekt umgesetzt werden könnte. Dann müssten die Teltower ihr Wasser bald aus anderen Orten heranschaffen, warnte Tietz. Auch den Stadtverordneten soll das Projekt demnächst vorgestellt werden.

aktualisiert von John Kidd, 19.01.2014, 19:03 Uhr
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